OECD-Bericht: 6 Erkenntnisse über Steuern in Lateinamerika und der Karibik

Die OECD hat kürzlich einen Report zu Steuereinnahmen für 26 Länder in Lateinamerika und der Karibik veröffentlicht. Aus der statistischen Auswertiung der zahlen ergaben sich folgende Erkenntnisse über die Unterschiede zwischen den Steuereinnahmen in der OECD und Lateinamerika:

 

Was sind die Schlussfolgerungen des Reports?

Der OECD-Bericht „Steuerstatistik in Lateinamerika und der Karibik 2020“ enthält relevante Informationen zu Steuereinnahmen für 26 Länder in Lateinamerika und der Karibik (LAC) im Vergleich zu den Volkswirtschaften, die Teil der OECD sind.

  1. Die erste Schlussfolgerung dieses Berichts ist, dass die Steuereinnahmen in LAC als Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Vergleich zu anderen Regionen der Welt um durchschnittlich 11% niedriger sind, dh 23,1% LAC gegenüber 34,3% OECD.
  2. Die zweite Schlussfolgerung ist, dass die Steuereinnahmen in Prozent des BIP in LAC jedes Jahr ständig gestiegen sind, nämlich von 15,9% auf 23,1%, und zwar hauptsächlich aufgrund des Anstiegs des Steuerdrucks im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer, der Körperschaftsteuer und die individuelle Einkommensteuer.
  3. Die dritte Schlussfolgerung lautet, dass ab 2018 die Länder mit den höchsten Steuereinnahmen in Prozent des BIP die folgenden sind: Kuba, Barbados und Brasilien, während Guatemala, die Dominikanische Republik und Paraguay die niedrigste Quote aufweisen.
  4. Die vierte Schlussfolgerung, die sich aus dem Bericht ergibt, hat mit der Tatsache zu tun, dass Verbrauchssteuern die größte Steuereinnahmequelle in LAC darstellen. Sie machen mit 50,5% etwas mehr als die Hälfte davon aus, verglichen mit einem Drittel in den OECD-Ländern. Hier ist allerdings zu beachten, dass die Mehrwertsteuer die Verbrauchsteuer ist, die im analysierten Zeitraum am stärksten gestiegen ist. In Bezug auf diesen Aspekt ist anzumerken, dass der Bericht angesichts der relativen Bedeutung der Mehrwertsteuer in LAC den Unterschied zwischen den von der Mehrwertsteuer in 23 LAC-Ländern erhobenen Steuereinnahmen und denen darstellt, die sich aus der Besteuerung der gesamten Steuerbemessungsgrundlage ergeben würden.  Dieser Unterschied resultiert einerseits aus der Steuerpolitik, die der Bevölkerung mit niedrigerem Einkommen zugute kommen soll und andererseits daraus, dass viele Steuerzahler ihren Zahlungspflichten nicht angemessen nachkommen.
  5. Die fünfte Schlussfolgerung hat mit der Tatsache zu tun, dass Steuerverwaltungen in LAC mehr für die Körperschaftsteuer als für die individuelle Einkommensteuer erheben, während in OECD-Ländern das Verhältnis umgekehrt ist.
  6. Die sechste Schlussfolgerung könnte für viele merkwürdig sein: Die Steuereinnahmen in Prozent des BIP der Sozialversicherungssteuern in LAC sind mit 17,3% geringer als im OECD-Bereich (26%).

Abschließend ist hervorzuheben, dass der Bericht die Probleme im Zusammenhang mit dem äquivalenten Steuerdruck (PFE), der Summe der Steuereinnahmenquote als Prozentsatz des BIP zuzüglich Zahlungen an private Systeme der sozialen Sicherheit zuzüglich steuerfreier Einnahmen aus natürlichen Ressourcen analysiert. Dies führte dazu, dass der PFE in LAC für 2018 25% des BIP betrug.

 

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