Mexiko: Steuerreform für 2020

Am 9. Dezember wurde in Mexiko das Gesetz für eine neue Steuerreform veröffentlicht. Ziel der Reform ist neben der Bekämpfung von Steuerhinterziehung auch die Ausweitung der Steuerbemessungsgrundlage, um die Steuereinnahmen zu erhöhen. Insbesondere in den Bereichen der internationalen Besteuerung und der Besteuerung der digitalen Wirtschaft gibt es wesentliche Änderungen, die im folgenden skizziert werden.

 

Welche Änderungen gibt es im Bereich der Internationale Besteuerung?

Im Rahmen der OECD- Initiative BEPS wurde ein multilaterales Instrument (MLI) entwickelt, um bestehende bilaterale Verträge zur Umsetzung von BEPS-Maßnahmen zu ändern, ohne diese neu aushandeln zu müssen. Mexiko hat den MLI unterzeichnet, allerdings steht die Ratifizierung im mexikanischen Senat noch aus. Da bestimmte Bestimmungen des MLI im Widerspruch zu Maßnahmen des mexikanischen Einkommensteuergesetzes (ISR) standen, waren entsprechende harmonisierende Gesetzesänderungen erforderlich, um das MLI zu nutzen. Dadurch ergeben sich Änderungen für:

 

  • Vorschriften zur Steuertransparenz in Mexiko für ausländische Unternehmen, die in ihrem Wohnsitzland nicht steuerpflichtig sind (ihre Partner oder Anteilseigner sind jedoch steuerpflichtig)
  • Private Equity Fonds, die in Mexiko investieren
  • Anreizbestimmungen für ausländische steuertransparente Unternehmen, die privates Kapital in Mexiko anlegen
  • Begrenzung den Zinsabzug (zur Bekämpfung der Erosion der Steuerbemessungsgrundlage durch den Einsatz von Schuldenmechanismen) auf 30% des bereinigten Steuerergebnisses (mit Ausnahmen)
  • hybride Mechanismen betreffende Zahlungen im Ausland sind ab 2020 nicht mehr abzugsfähig, wenn für die Einkünfte „Steuervergünstigungen“ gelten
  • bei bestimmten Zahlungen an Personen mit Wohnsitz in einem Land mit einem Steuersatz von weniger als 22,5% In Mexiko ist kein Selbstbehalt mehr möglich (dies gilt auch für Zahlungen an Parteien in den USA)

 

Zusammenfassend ist daher festzustellen, dass der Einkommensteuersatz nicht erhöht, die Steuerbemessungsgrundlage aber effektiv erweitert wird, indem der Abzug für vom Steuerpflichtigen geleistete Zinszahlungen begrenzt wird.

 

Wie wird die digitale Wirtschaft zukünftig steuerlich behandelt?

Auf die Beträge – ohne Mehrwertsteuer – für Waren oder Dienstleistungen einzelner Verbraucher über eine digitale Plattform wird eine Quellensteuer erhoben.

Die digitalen Plattformen sind für die Quellensteuer verantwortlich und müssen spätestens am 17. Tag des Monats eine Erklärung abgeben, der unmittelbar auf den Monat folgt, für den die Steuer in Bezug auf digitale Transaktionen mit Waren oder Dienstleistungen einbehalten wurde. Das Datum des Inkrafttretens wird Juni 2020 sein.

Im Rahmen der Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz bei der Erhebung der Mehrwertsteuer wird die Mehrwertsteuerbehandlung für bestimmte aus dem Ausland erbrachte digitale Dienstleistungen geändert (wenn es in Mexiko keine ständige Niederlassung gibt), wenn die Dienstleistungen für Empfänger in Mexiko erbracht werden . Die Mehrwertsteuer ist von der ausländischen juristischen Person zu zahlen, und diese muss sich in Mexiko für Zwecke der Mehrwertsteuer und der Quellensteuer registrieren lassen.

 

Wie soll durch die Reform Steuerhinterziehung bekämpft werden?

Hauptfokus der Maßnahme liegt darauf, dass das Management oder Aktionäre, Partner, assoziierte Unternehmen oder andere Personen gesamtschuldnerisch haften, wenn Unternehmen, die Rechnungen für nicht existierende Geschäftsvorfälle ausstellen, liquidiert werden.

Eine weitere Maßnahme widmet sich der wirtschaftlichen Substanzregel, wonach zahlreiche Rechtsakten keinen geschäftlichen Zweck oder Grund haben, wenn der angestrebte wirtschaftliche Nutzen durch die Ausführung einer geringeren Anzahl von Rechtsakten erzielt werden könnte. Die Nutzung unnötig hohen Anzahl von Rechtsakten ermöglicht die leichtere Verschleierung von Einnahmen und vereinfacht somit die Steuerhinterziehung.

Darüber hinaus werden Regeln für die Offenlegung meldepflichtiger Systeme eingeführt, nach denen Steuerberater den Steuerbehörden Informationen zu bestimmten Transaktionen vorlegen müssen, auch wenn diese im Inland erfolgen.

 

Die entsprechenden regulatorischen Veränderungen könnten auch für Ihr Unternehmen hinsichtlich Customizing oder Wartung ihres ERP / SAP Systems relevant sein. Kontaktieren Sie uns gerne, um herauszufinden, inwiefern die neuen Regelungen Ihrerseits eine Reaktion erfordern – wir beraten Sie kompetent und zeitnah!