Kolumbien: geplante Steuerreform

Der am 31. Oktober eingereichte Gesetzentwurf für eine Steuerreform in Kolumbien soll Steuereinkünfte steigern und das aktuelle Defizit reduzieren.  Die Reform betrifft die Umsatzsteuer und Körperschaftssteuer und bietet gleichzeitig Investmentanreize. Der Reformentwurf soll bis Ende des Jahres verabschiedet werden.

 

Umsatzsteuer

Um höhere Steuereinkünfte zu generieren, soll die Steuergrundlage für die Umsatzsteuer (VAT) vergrößert werden, während der Steuersatz bis 2021 von aktuell 19% auf 17% reduziert werden soll. Gleichzeitig werden Steuererleichterungen abgebaut oder gestrichen. Darüber hinaus werden die Regeln der Umsatzsteuererhebung dahingehend für Ausländer verändert, dass Banken die Umsatzsteuer auf Zahlungen für elektronische und digitale Dienstleistungen einbehalten dürfen. Zusätzlich kann die Summe an Umsatzsteuer, die auf Investitionsgüter gezahlt wurde, steuerlich  auf die Einkommensteuer angerechnet werden.

 

Körperschaftssteuer

Ebenfalls reduziert wird die Körperschaftssteuer bis 2022 von 33% auf 30%, um Investitionen, Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen anzukurbeln. Stattdessen wird eine Quellensteuer in Höhe von 5% eingeführt, die auf zwischen kolumbianischen Unternehmen getätigten Verteilungsgeschäften erhoben wird. Dafür wird allerdings die Zahlung der Steuer auf das mutmaßliche Gesamtvermögen von aktuell 3,5% abgeschafft bzw. bis 2022 ausgesetzt (aktuell unklar, welches Szenario).

 

Änderungen an Kolumbiens internationalen Steuerregeln

Während die Quellensteuer auf Dividenden bei 5% bleibt, wird die Quellensteuer für Tantiemen von 15% auf 20% angehoben, respektive auf 33% für Zahlungen von Managementgebühren.

Die Besteuerung von Niederlassungen ändert sich dahingehend, dass ein Wechsel von territorialen zum weltweiten System erfolgt. Darüber hinaus lassen sich viele finanziellen Aufwendungen nicht mehr steuerlich absetzen.

Zudem erfolgt eine Besteuerung auf den indirekten Transfer von Anteilen kolumbianischer Unternehmen. Ausnahmen davon betreffen an der regulären Börse gehandelte Anteile sowie Anteile, die 20% nicht übersteigen.

Wenn das aktive Einkommen eines kontrollierten ausländischen Unternehmens (CFC) 80% des gesamten Einkommens erreicht, wird das gesamte Einkommen als aktives Einkommen betrachtet.

Ein neues Holdinggesellschaftsregime wird eingeführt, welches multinationale Unternehmen (MNEs) durch Steuergeschenke betreffend ausländischer Dividenden, den Verkauf ausländischen Tochtergesellschaftsanteile und CFC-Anteile anziehen soll.

 

Steuererleichterungen und Änderungen

Zusätzlich ermöglicht die Reform folgende Steuererleichterungen:

  • Abzugsfähigkeit von Steuern auf einkommensschaffende Aktivitäten
  • Anschreibung von 50% der Gemeindeumsatzsteuer (ICA) auf die Einkommensteuer und Finanztransaktionssteuer (GMF)
  • Beglaubigte Bewertung von inländischen Verkäufen von Waren oder Dienstleistungen seitens der Finanzbehörden

 

Darüber hinaus werden weitere Steueranreize für bestimmte Steuerzahlergruppen geschaffen:

Megainvestoren: gesenkte Einkommensteuer, beschleunigte Abschreibung und Ausnahme von der Zahlung der Dividendenquellensteuer

Privatinvestoren in Konfliktzonen: Steuergutschrift bei öffentlichen Projekten

High Tech und Agrarinvestments: 5 respektive 10 Jahre Steuerfreiheit

Neue oder signifikant renovierte Hotels: Einkommensteuer von lediglich 9% für 20 Jahre

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