Kolumbien: Neues Steuergesetz in Kraft

Seit dem 1. Januar 2019 gilt in Kolumbien ein neues Steuergesetz. Welches die Senkung der Körperschaftsteuer, Anreize für Investitionen und internationale Steueränderungen beinhaltet.

 

Körperschaftssteuer

Zunächst sieht das Gesetz eine Senkung des Körperschaftsteuersatz von 33% auf 30% bis 2022 vor.

 

Umsatzsteuer-Maßnahmen

Das Gesetz ändert außerdem die Umsatzsteuer, die für nicht-ansässige Steuerzahler gilt, indem Finanzinstitute als Umsatzsteuer-Erhebungsagenten für elektronische, digitale und gebührenpflichtige Zahlungen bestellt werden. Zusätzlich wird kann die auf Investitionsgüter entrichtete Umsatzsteuer nun auf die Einkommensteuer angerechnet werden.

 

Weitere steuerliche Maßnahmen

Mit dem neuen Steuergesetz wird eine neue Quellensteuer in Höhe von 7,5% auf Dividendenausschüttungen zwischen kolumbianischen Unternehmen eingeführt.

Die Einkommensteuer auf „vermeintliche Nettovermögenswerte“ wird bis 2021 aufgehoben. Dies ist eine wichtige Änderung, um eine transparentere Gewinnbesteuerung zu ermöglichen.

 

Steuerliche Anreize

Die Steuergesetzgebung sieht folgende Steueranreize vor:

  • Steuerabzug für Aufwendungen, die auf ertragserzeugende Tätigkeiten entfallen
  • Steuergutschriften für 50% der kommunalen Umsatzsteuer (ICA) und Finanztransaktionssteuer (GMF)
  • Definition neuer Anforderung für eine marktübliche Bewertung beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen im Inland definiert
  • niedrigere Einkommensteuersätze, beschleunigte Abschreibungen und Quellensteuerbefreiungen für „Megainvestitionen“ (etwa 320 Mio. USD)
  • Steuergutschriften für private Investoren, die an Projekten für öffentliche Bauarbeiten in „Konfliktgebieten“ beteiligt sind
  • einen fünfjährigen „Steuerurlaub“ für High-Tech-Investitionen und einen zehnjährigen Steuerurlaub für Agrarunternehmen
  • einen Steuersatz von 9%, der für 20 Jahre gilt, für neue oder „erheblich umgebaute“ Hotels

 

Internationale Steuervorschläge

Zu den Änderungen an den internationalen Steuervorschriften Kolumbiens gehören:

 

Dividendenausschüttungen

  • Erhöhung der Quellensteuer auf zuvor besteuerte Einkünfte auf 7,5%.
  • Quellensteuer von 33% auf Dividenden aus noch nicht versteuerten Einkünften (die somit an den Körperschaftsteuersatz gekoppelt ist).

 

Verwaltungsgebühren, Lizenzgebühren und Dienstleistungszahlungen

  • Quellensteuererhöhung auf die Zahlung von Lizenzgebühren und Dienstleistungen von 15% auf 20%
  • Erhöhung der Quellensteuer auf Verwaltungsgebühren auf 33%

 

Branchenbesteuerung

  • Überarbeitung des Territorialsystems zu einem weltweiten System
  • Maßnahmen, zur Verweigerung der Abzugsfähigkeit von Finanzaufwendungen, die Zweigstellen zuzuordnen sind

 

Indirekte Vermögensübertragung

  • neue Maßnahmen zur Besteuerung indirekter Übertragungen von Vermögenswerten (einschließlich Anteilen)
  • Ausnahmen bestehen, wenn die Anteile an einer anerkannten und regulierten Börse gehandelt werden oder
  • wenn die übertragenen kolumbianischen Vermögenswerte nicht mehr als 20% des Gesamtwerts der Vermögenswerte des ausländischen Unternehmens ausmachen

 

Kontrollierte ausländische Kapitalgesellschaften (CFC)

  • Alle Einkünfte aus CFC gelten als „aktiv“, wenn mehr als 80% des Einkommens als „aktiv“ angesehen werden.

 

Holdinggesellschaftsregime

  • Befreiung von ausländischen Einkünften und Veräußerungsgewinnen

 

Die entsprechenden regulatorischen Veränderungen könnten auch für Ihr Unternehmen hinsichtlich Customizing oder Wartung ihres ERP / SAP Systems relevant sein. Kontaktieren Sie uns gerne, um herauszufinden, inwiefern die neuen Regelungen Ihrerseits eine Reaktion erfordern – wir beraten Sie kompetent und zeitnah!

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.