Generelle Herausforderungen in Lateinamerika

Die Herausforderungen, mit denen ein Unternehmen in Lateinamerika konfrontiert werden kann, sind groß: Sie reichen vom Stillstand der Produktion, weil eine importierte Maschine beim Zoll festsitzt, über hohe Geldstrafen aufgrund fehlender Dokumente bis zu häufigen Änderungen der Gesetzgebung. Im Folgenden haben wir Ihnen die größten Hürden für Ihre Geschäftstätigkeit in Lateinamerika zusammengestellt.

Häufige Anpassungen der gesetzlichen Vorschriften

Zeitaufwand für Steuerzahlungen pro Jahr nach Berechnungen der Weltbank

Die Steuersysteme der meisten Länder Lateinamerikas zeichnen sich durch hohe Komplexität und Volatilität aus. Spitzenreiter ist dabei Brasilien, das aufgrund der Regulierungsdichte und des bürokratischen Aufwands auf Platz 125 des Ease of Doing Business Index der Weltbank rangiert.
Steuerhinterziehungen, Korruption und ein grundsätzliches Misstrauen der Behörden haben dazu geführt, dass der Staat die Wirtschaftsakteure in hohem Umfang kontrolliert. Die Unmengen an Vorgaben erschweren zudem den Markteintritt ausländischer Investoren.
Insbesondere während einer Firmengründung in Lateinamerika bedarf es der fachlichen Expertise. Der Einsatz eines spezialisierten Beraters, der sich mit den Vorschriften und Gesetzen, aber auch mit den kulturellen Unterschieden auskennt, bietet sich als effektive Lösung für die Aufnahme, die Restrukturierung oder die Optimierung des Geschäftsbetriebs an.

Strategische und operative Risiken durch Steuersysteme

Für „Spitzenreiter“ Brasilien beziffert die Weltbank den durchschnittlichen Arbeitsaufwand für die Abwicklung der Steuern durch ansässige Unternehmen mit 1.958 Arbeitsstunden pro Jahr. Bis zu 60 verschiedene Steuerarten auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene gibt es in Brasilien. Bei der Übertragung der komplizierten Steuerberechnungen in das SAP-System eines Unternehmens wirkt sich das Customizing nicht nur auf die Steuerberechnungen, sondern auch auf die Tax Reports an die Behörden sowie die Finanzberichte an die Muttergesellschaft aus.
Verstöße gegen Regularien und fehlerhafte Rechnungsstellung führen zu erheblichen Kosten. So fallen beispielsweise für ungültige XML-Rechnungsdaten je nach Land Strafzahlungen von 31 (Chile) bis zu 4.602 (Mexiko) USD an. Hinzu kommen noch Aufwandskosten für die Unterbrechungen im laufenden Geschäft sowie Kosten für die Korrekturen und Anpassungen.
Eine Umsetzung der umfangreichen Steuerabwicklungen sowie der spezifischen Compliance-Anforderungen durch interne Mitarbeiter führt zu erheblichen Transaktionskosten und zu Produktivitätsverlust. Daher ist eine Beratung, die Fragestellungen zu regulatorischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen kompetent vor Ort beantworten kann, eine sinnvolle Hilfestellung.

Compliance-Risiken
• Kostenaufwand durch Strafzahlungen
• Reputations- und Imageschäden bei Unstimmigkeiten/Problemen
• Intransparenz und mangelnde Kontrollmöglichkeiten

Kosten für IT-Umsetzung und Support

Aufgrund der hohen Komplexität und Volatilität der Steuersysteme sowie der großen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern Lateinamerikas bedarf es angepasster IT-Lösungen für die jeweiligen Standorte. Kulturelle Unterschiede, sprachliche Hürden und mangelnde Kompetenzen für eine fachgerechte Schulung der Anwender vor Ort erschweren eine unternehmensübergreifende, rechtssichere Lösung zusätzlich.
Außerdem muss gewährleistet sein, dass die häufigen Änderungen der Vorschriften stets im SAP-System eingepflegt und aktualisiert werden. Statt interne Ressourcen einzubinden, was mit einem hohen Aufwand für Schulung und fortlaufendes Monitoring verbunden ist, bietet sich die Unterstützung durch Spezialisten an. So kann kurzfristig Arbeitszeit freigesetzt sowie mittel- und langfristig eine enorme Kostenersparnis realisiert werden. Nach der Einführung oder Anpassung des SAP-Systems werden die Key User durch unsere Schulungen in der Landessprache vor Ort auf den erforderlichen Wissensstand gebracht.
Die regulatorischen Anforderungen der lateinamerikanischen Länder führen dazu, dass die SAP-Systeme der Unternehmen entsprechend angepasst werden müssen. Bei einem SAP-Rollout in Lateinamerika bedarf es daher sowohl der technischen Expertise als auch einer tiefgreifenden Kenntnis der landesspezifischen Regulatorik.
Insbesondere die Anbindung an Banken und Regierungsbehörden, die abweichenden Steuerarten und die technischen Anforderungen unterschiedlicher E-Invoicing-Modelle erschweren die effektive Implementierung. Die größte Herausforderung hierbei ist, dass SAP nach heutigem Stand nicht alle Anforderungen abdeckt. Ein landesspezifisches Customizing durch Experten ist daher sehr zu empfehlen.

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