EU-Mercosur Assoziierungsabkommen

Europäische Erschließung des Markt des Südens

Mercosur, das steht für den gemeinsamen Markt des Südens (Mercado Común del Sur) und ist eine Freihandelszone bestehend aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay sowie sieben weiteren assoziierten und zwei Beobachterstaaten.

Mercosur deckt eine Summe von 260 Millionen Konsumenten ab und bildet damit weltweit den fünftgrößten Markt außerhalb der EU mit einem jährlichen BIP von 2,2 Billionen Euro. Aktuell exportiert die EU jährlich circa 42 Milliarden Euro an Waren und 22 Milliarden Euro an Dienstleistungen in die Mercosur-Staaten, doch das Potenzial ist aufgrund der hohen Einfuhrzölle und nicht-tarifären Handelshemmnissen bei weitem noch nicht ausgeschöpft!

Da jede Billion Euro an Exporten bis zu 14.000 neue Jobs in der EU ermöglicht, befindet sich die EU nun in den Abschlussverhandlungen mit den Mercosur-Gründungsstaaten über ein Assoziierungsabkommen. Dies hat im Wesentlichen fünf Vorteile für europäische Unternehmen:

1. Zollabbau

Der Abbau von Einfuhrzöllen in verschieden Sektoren ermöglicht der EU eine first-mover-advantage.

  • Autos (aktuell 35%)
  • Maschinen (aktuell 20-35%)
  • Chemie und Pharmazeutik (aktuell 14%)
  • Kleidung und Schuhe (aktuell 26-35%)

2. Abbau nicht-tarifärer Handelshemmnisse

Vertiefte Zusammenarbeit zwischen der EU und mercosur bei der Ausgestaltung von Regulierungen und Standards für Produkte.

3. Mehr Dienstleistungen

Öffnung des Marktes sowie stärkere Rechtssicherheit für EU-Zulieferer in den Sektoren Technologie, Telekommunikation, Finanzdienstleistungen und Transport.

4. Mehr Öffentliche Aufträge

Bisher können Mercosur-Länder sich für öffentliche Aufträge in der EU bewerben aber nicht andersherum. Der Zugang für europäische Länder zu öffentlichen Aufträgen im Mercosur-Raum soll durch das Abkommen ermöglicht werden.

5. Einfacherer Marktzugang für KMU

Die Schaffung einer Online-Plattform sowie bevorzugte Handelsbedingungen sollen einen vereinfachten Zugang zum Mercosur-Markt ermöglichen. Insbesondere hinsichtlich der unklaren Importbedingungen war dies für KMU in der Vergangenheit ein großes Hindernis.

Darüber hinaus enthält das Abkommen Regelungen für landwirtschaftliche Erzeuger unter dem Vorbehalt der Nachhaltigkeit im Sinne des Pariser Klimaabkommens.

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