Brasilien: Regulatorische Neuigkeiten 2019

Die neue Regierung unter Jair Bolsonaro hat für 2019 bereits eine Steuerreform angekündigt. Bis diese jedoch ausgearbeitet und verabschiedet ist, herrscht zunächst eine Art „regulatorische Flaute“ – zumindest für brasilianische Verhältnisse.

Aktuell sind lediglich Änderungen im Bereich des Bloco K, der eSocial für Simples Nacional und der GIA abzusehen, die jedoch für Sie als Unternehmen relevant sein könnten.

 

Neuigkeiten auf einen Blick

 

Bloco K

Bloco K eine Datei innerhalb des Sped-Systems (Public Digital Bookkeeping System), das Informationen über die Produktion, den Waren- und Rohstoffbestand enthält (Details hier).

Ab Januar ist die Lieferung des Reports für Industrieunternehmen und Großhändler mit einem Umsatz von bis zu 78 Mio. R $ obligatorisch. Unternehmen müssen nicht so detaillierte Informationen bereitstellen, wie es ursprünglich geplant war. Sie müssen die Daten jedoch in Produktions- und Bestandsbüchern aufzeichnen, damit Sie im Falle eines Versehens oder einer Ungenauigkeit keine Probleme mit dem Steuer- bzw. Finanzamt bekommen.

 

Simples Nacional und eSocial

Die Unternehmen, die sich für Simples Nacional (Details hier) entschieden haben, wurden auch in die Liste der Unternehmen aufgenommen, die die Plattform eSocial (Details hier) nutzen müssen, um einheitliche Mitarbeiterinformationen zu sammeln. Dadurch werden die Arbeits-, Steuer- und Sozialversicherungsinformationen von rund 40 Millionen Arbeitnehmern erfasst. Dies gilt für Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 78 Mio. R $ pro Jahr. Nach dem aktuellen Zeitplan sollen alle Unternehmen (außer Agrarproduzenten und  gemeinnützigen Einrichtungen) diese Daten bis Januar nächsten Jahres übermitteln.

 

Ende der ICMS GIA

Im Bereich der Nebenpflichten lautet die gute Nachricht für die Steuerpflichtigen von São Paulo, dass die Steuerbehörden beabsichtigen, die GIA (Anleitung für Information und Berechnung) der ICMS  abzuschaffen (Details hier). Die GIA ist ein komplexer und detaillierter Report, der Daten zum Kauf und Verkauf von Waren sowie zur Generierung von Gutschriften und Lastschriften enthält.

Eine Gruppe von 1.200 Unternehmen ist Teil eines Pilotprojekts, das vom Staatssekretariat des Staatssekretariats von São Paulo (Sefaz) koordiniert wird, um die Erfordernis dieser monatlichen Deklaration zu beenden. Das Pilotprojekt wird von den Steuerbehörden überwacht, bewertet und perfektioniert, bis die Anforderung für alle Steuerzahler entfällt. Dies wird voraussichtliche Ende 2019 erfolgen.

 

Änderungen in der DIFAL-Diferenzialrate

Seit 2019 erheben ICMS-Steuerzahler, die Waren an Endverbraucher in anderen Staaten verkaufen, die Steuer vollständig im Bestimmungsstaat. Bis dahin wurde die Differenz der Rate geteilt und betrug 80% im Ziel- und 20% im Ursprung. Die Neuheit gilt jedoch nicht für die Unternehmen, die Simples Nacional nutzen und hat keine Auswirkungen auf die Barmittel der Unternehmen.

 

Geplante EFD Änderungen

Die Änderungen bei den EFD – Beiträgen (Digitales Archiv für digitale Buchhaltung in Bezug auf PIS- und Cofins-Beiträge) sind notwendig, um den Ausschluss von ICMS bei der Berechnung der PIS / Cofins-Beiträge zuzulassen (Details hier). Das Bundesgericht hat im Jahr 2017 die Einbeziehung der staatlichen Steuer in die Berechnungsgrundlage der Steuerzahler für verfassungswidrig befunden.

 

Die entsprechenden regulatorischen Veränderungen könnten auch für Ihr Unternehmen hinsichtlich Customizing oder Wartung ihres ERP / SAP Systems relevant sein. Kontaktieren Sie uns gerne, um herauszufinden, inwiefern die neuen Regelungen Ihrerseits eine Reaktion erfordern – wir beraten Sie kompetent und zeitnah!