Brasilien: Gruppe 1 tritt in die letzte Phase von eSocial ein

Das SST (Segurança e Saúde do Trabalhador no Brasil) ist ein staatliches System, welches Informationen zur Sicherheit Gesundheit von Arbeitnehmern erhebt. Im Rahmen dieser Erhebung müssen relevante Informationen an eSocial übermittelt werden.

Entsprechend der staatlichen Festlegung sollten im Juli 2019 alle Unternehmen der Gruppe 1 (alle mit einem Umsatz von mehr als 78 Millionen Reais im Jahr 2016) ihre Daten zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz an eSocial senden.

Geht es zum Beispiel um die Krankschreibung eines Mitarbeiters, schickt einerseits der Arzt die Informationen über den Patienten an die staatlichen Institutionen, auf der anderen Seite muss die Personalabteilung des Unternehmens die Informationen über ein „einmaliges“ bestimmtes Register des eSocial ebenfalls übermitteln. Die übermittelten Informationen müssen natürlich übereinstimmen und zum selben Zeitpunkt übermittelt werden, was wiederum Missbrauch vorbeugen soll.

 

Dokumente und Berichte

Die Dokumente und Berichte, die eingereicht und regelmäßig aktualisiert werden müssen, sind sehr komplex. Je nach Größe und Komplexität des Unternehmens, kann die Erstellung und Umsetzung einige Zeit in Anspruch nehmen. Schließlich reicht es nicht aus, nur die Berichte vorzulegen, sondern es ist auch notwendig, gegebenenfalls nötige Änderungen und Korrekturen umzusetzen, damit das Unternehmen mit den Verpflichtungen in Bezug auf SST auf dem Laufenden ist.

 

Zu den wichtigsten Dokumente, die je nach Art des Unternehmens in dieser Phase von eSocial angefordert werden können, gehören:

 

PPRA (Environmental Risk Prevention Program)

Er enthält die in den einzelnen Bereichen des Unternehmens bestehenden Umweltrisiken. Der Bericht wird von einem Beratungs- oder Spezialistenteam erstellt, welches die Räumlichkeiten des Unternehmens besucht, um Sicherheitsfragen zu ermitteln und zu bewerten, ob die Arbeitnehmergesundheit gemäß MTE  NR-9 des Arbeitsministerium durch Maßnahmen zur Vermeidung solcher Risiken geschützt wird.

 

PCMSO (Medical Occupational Health Control Program)

Das Dokument wird vom Arbeitsarzt des Unternehmens auf der Grundlage der PPRA erstellt, um die für jede Funktion / jeden Sektor des Unternehmens erforderlichen medizinischen Untersuchungen festzulegen.

 

Bericht über Gesundheitsschädigende Aspekte

Dieser Bericht erfordert die Beobachtung von Umgebungen, Ausrüstungen und Prozessen, die von den Unternehmenssektoren durchgeführt werden, um mehr Sicherheit für die Arbeitnehmer zu schaffen. Die Grundlage für den Bericht ist die Norm NR-15 des MTE und erstellt wird er von einem Arbeitsarzt oder einem Arbeitsschutzingenieur.

 

Bericht über Gefahren

Das Dokument muss das Vorhandensein gefährlicher Bedingungen im Unternehmen bestätigen, damit entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden können. Die Parameter des NR-16 des MTE müssen eingehalten und auch von einem Arbeitsarzt oder einem Arbeitsschutzingenieur bestätigt werden.

 

LTCAT – Technischer Bericht über Arbeitsbedingungen in der Umwelt

Zweck dieses Dokuments ist es, die Arbeitsumgebungen zu bewerten, um Situationen zu ermitteln, in denen der Arbeitnehmer eine besondere Altersvorsorge erhalten kann. Dieses Dokument scheint die gleichen Eigenschaften wie die beiden oben genannten zu haben, jedoch gibt es Unterschiede. Angefordert wird es einerseits vom INSS. Andererseits gibt es unterschiedliche Dokumente,  da nicht jede ungesunde Umgebung oder besondere Tätigkeit automatisch zum verfrühten Ruhestand führt.

 

Ergonomischer Bericht

Dies ist das heikelste Dokument, weil es garantiert, dass das Unternehmen allen Mitarbeitern ergonomische Bedingungen bietet. Die NR-17-Standards des MTE sollten befolgt werden, wobei die ergonomischen Bedingungen bewertet und eine Überarbeitung oder Korrektur vorgeschlagen wird, um die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht zu beeinträchtigen.

 

PGR (Risk Management Program)

Dies ist ein obligatorisches Dokument, in dem alle Risiken im Unternehmen abgebildet und verwaltet werden. Dies ist in Unternehmen mit hohem Risiko, wie Bergleuten und Mineralölgesellschaften, zwingend.

 

Weitere spezifischere Berichte, die möglicherweise auch nach der Art des Unternehmens erforderlich sind, sind:

  • PCA – Hörschutzprogramm (NR-7 und NR-9)
  • PPR – Atemschutzprogramm (NR-7 und NR-9)
  • PIE – elektrisches Arbeitsblatt (NR-10);
  • PPRPS – Programm zur Verhütung von Risiken in Pressen und dergleichen (NR-12)
  • PPEOB – Programm zur Verhütung von berufsbedingter Exposition gegenüber Benzol (NR-15)
  • PCMAT – Programm für Arbeitsbedingungen und Umwelt in der Bauindustrie (NR-18)
  • PPP – Profissiográfico Profil der sozialen Sicherheit
  • PGSSMATR (Verwaltungsprogramm für Sicherheit, Gesundheit und Arbeitsumfeld im ländlichen Raum) (NR-31)

 

Was bedeutet dies konkret für Unternehmen?

Die genannten Schlüsseldokumente beinhalten zeitaufwendige Anforderungen. Daher wird empfohlen, dass Unternehmen die Erstellung von den Berichten so bald wie möglich veranlassen, um die Fristen einzuhalten.

Es ist darauf hinzuweisen, dass es neben den Deadlines der eSocial-Phase auch einen Zeitplan für Korrekturmaßnahmen und Änderungen gibt.

 

Testumgebung

Um die Umsetzung dieser Schließphase zu unterstützen, hat das eSocial-Portal seit 18.03.2019 die Testumgebung für SST-Ereignisse veröffentlicht.

 

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