Argentinien: Neue Bedingungen für die Ausgabe von Gut- und Lastschriften

Die argentinische Steuerbehörde AFIP hat eine Verfahrensweise bestimmter Steuerzahler festgestellt, die möglicherweise steuerrelevante Informationen verfälschen könnte. Einige Unternehmen stellen ihre eigene Gutschriften bzw. Lastschriften aus, um die Transaktionen, die sie mit ihren Lieferanten ausführen, anzupassen und so die Rechnung oder den Beleg zu korrigieren, den sie ursprünglich erhalten haben. Dadurch entstehen doppelte Rechnungen, die steuerlich nicht mehr eindeutig zuzuordnen sind und somit anfällig für Missbrauch sind.

 

Welche neuen Anforderungen gelten?

Nur die Steuerzahler, die die Rechnungen für die ursprünglichen Operationen ausgestellt haben, dürfen Gutschriften bzw. Lastschriften für Rabatte, Boni, Abhebungen, Rückgaben, Kündigungen, Zinsen usw. ausstellen, sofern sie sich auf eine oder mehrere Rechnungen oder Belege beziehen, die zuvor ausgestellt wurden.

Die Gut- bzw. Lastschriften dürfen nur an den Empfänger der Originalbelege ausgestellt werden, um die zuvor erstellten Rechnungen zu korrigieren. In den Vermerken muss die Anzahl der zugehörigen Rechnungen und der Zeitraum, auf den sie sich beziehen, unter Bezugnahme auf die Handelsdaten, die mit den Originalbelegen versandt oder verknüpft wurden, vermerkt sein.

Wenn die Last- oder Gutschrift für eine Anpassung ausgestellt wird, die auf Preis- bzw. Mengenunterschiede zwischen den von den Parteien vereinbarten Bedingungen zurückzuführen ist, muss Folgendes beachtet werden:

  • Angabe der Daten der Originalrechnung
  • Anpassung der angegeben Geschäftsdaten
  • müssen innerhalb von 15 Kalendertagen nach Eintritt der Veränderung ausgestellt werden

 

Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen, die von der Regelung „MiPymes Electronic Credit Invoice“ betroffen sind, müssen diese Bedingungen ebenfalls einhalten, wenn sie einen Korrekturnachweis für eine Rechnung oder ein gleichwertiges Dokument ausstellen.

 

Welche Fristen gelten?

Die Bestimmungen dieser Allgemeinen Entschließung gelten ab dem 1. Oktober 2019, mit Ausnahme von zwei Gruppen:

  • Gruppe 1: Transaktionen, die gemäß dem „MyPyMEs Electronic Credit Invoices Regime“ vor Inkrafttreten dieses Regimes dokumentiert werden müssen. Für diese Transaktionen gilt das Datum, welches von der Behörde für Kreditrechnungssysteme vorgegeben wurde.
  • Gruppe 2: Personen, die verpflichtet sind, das elektronische Registrierungssystem „Digital VAT Book“ vor Inkrafttreten der vorliegenden Verordnung zu nutzen. Für diese Gruppe gilt das Datum, welches in dem von der Bundesverwaltung festgelegten Umsetzungsplan festgelegt ist.

 

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